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Factoring und Skontooptimierung: Vorteile berechnen

Ein häufig genannter Vorteil von Factoring ist die Möglichkeit der Skontierung im Einkauf. Durch die zusätzlich gewonnene Liquidität kann im Einkauf kreditorenseitig skontiert werden und damit die Rentabilität gesteigert werden. Weit weniger bekannt ist die Skontooptimierung debitorenseitig, d.h. durch die bewusste Optimierung der Zahlungskonditionen für die Kunden/Debitoren kann ebenfalls eine bessere Rentabilität erzielt werden.

Der folgende Beitrag beschreibt die Vorteile einer Factoring-Finanzierung im Kontext einer Verlängerung der Zahlungsziele bei gleichzeitig restriktiverer Skontopolitik anhand eines Beispiels aus unserer Praxis. Er reiht sich damit in die Artikel-Serie „Factoring aus Sicht unterschiedlicher Finanzierungsanlässe“ ein, in der bisher die folgenden Beiträge erschienen sind.

  1. Factoring zur Wachstumsfinanzierung
  2. Factoring und Sanierung: Liquiditätsquellen ausschöpfen
  3. Factoring und ABS (Asset Backed Securities): Vergleichsrechnung
  4. Corporate Finance: Factoring-finanzierter Aktienrückkauf
  5. Factoring und Skontooptimierung: Vorteile berechnen

Firmenprofil

Mandatiert wurde Tec7 von einem metallverarbeitenden Betrieb mit einem Jahresumsatz von ca. 53 M€ und 370 Mitarbeitern. Zum Abnehmerkreis gehören fast ausschließlich der größere Mittelstand sowie bonitätsstarke Konzerne in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH).

Ausgangssituation

Das Unternehmen ist sehr bonitätsstark und mit einer  Eigenkapitalquote von ca. 35% ausgestattet. Die Umsätze wachsen mit 5-10% p.a. Der Forderungsbestand war zum Zeitpunkt der Beauftragung mit 3,5 M€ ausgesprochen niedrig. Daraus errechnete sich eine Forderungslaufzeit (DSO) von 23,5 Tagen.

Die sehr geringen Forderungslaufzeiten wurden durch eine großzügige Skontoregelung „erkauft“. Der gesamte Skontoaufwand summierte sich auf 1.386 T€ bzw. 2,6% des Umsatzes.

Es stellte sich die zunächst abwegige, aber interessante Frage, ob durch eine gezielte Verlängerung des Zahlungsziels (ZZ) in Kombination mit einer Refinanzierung mittels Factoring eine Optimierung der finanziellen Ergebnisse realisierbar wäre.

Umsetzung

Tec7 wurde beauftragt, eine Kalkulation durchzuführen und ggf. Finanzierungsalternativen vorzuschlagen und zu vermitteln.

Die Frage nach einer Verlängerung des Zahlungsziels scheint aus betriebswirtschaftlicher Sicht zunächst Unfug. Im Standardfall möchten Unternehmen möglichst schnell Debitorenzahlungen erhalten, um das Working Capital zu reduzieren und Delkrederefälle zu vermeiden.

Eine Verlängerung der Zahlungsziele kann in Kombination mit Factoring aber Sinn machen, wenn man einberechnet, dass die Forderungslaufzeit auf diese Weise konsequent auf 1-2 Tage reduziert und das Ausfallrisiko zudem immer zu 100% vom Factor übernommen werden würde.

Kalkulation Skontooptimierung

Wie berechnen sie jetzt die konkreten Auswirkungen des dadurch gewährten Lieferantenkredits und des Factoringverfahren in der GuV ?

In folgender Tabelle wurde dem Status-Quo die Situation, in der alle Debitoren zu einem Zahlungsziel von 60 Tagen netto wechseln würden („ZZ 60“), gegenüber gestellt.

Als zusätzliche Parameter schätzen wir auf Basis vergleichbarer Projekte eine Factoringgebühr in Höhe von 0,2% und einen Vorfinanzierungszinssatz in Höhe von 3M-Euribor + 200 Basispunkten.

  Parameter Status quo ZZ 60 Erläuterungen
Umsatz 53.300.000 € 53.300.000 € Der Umsatz bleibt unverändert bei 53,3 M€.
Forderungen 3.480.000 € 8.883.333 € Aus dem ZZ von 60 Tagen errechnet sich ein (theoretischer) Forderungsbestand von 8,9 M€ (60 Tage/360 Tage x 53,3 M€).
Kosten Skonto  1.386.000 €  -   €  
Forderungen neu 90,0% 3.480.000 € 888.333 € Forderungen werden zu 90% an einen Factor verkauft. Daraus errechnet sich ein neuer (IST-) Forderungsbestand von 888 T€ (8,9 M€ x (1-0,9))
Factoringgebühr 0,20% -   € 126.854 € Es wird eine Factoringgebühr von 0,20% auf den Bruttoumsatz erhoben (53,3 M€ x 1,19 x 0,20%)
Vorfinanzierung 2,20% -   € 175.890 € Es fallen Vorfinanzierungskosten in Höhe von 176 T€ auf den finanzierten Forderungsbestand an (8,9 M€ x 0,9 x 2,2%).
Kosten Factoring  -   €  302.744 € Die Gesamtkosten des Factoringverfahrens belaufen sich damit auf 303 T€.
Liquiditätsgewinn  -   €  2.591.667 € Der Liquiditätsgewinn liegt bei 2,6 M€ (3,5 M€ Forderungen – 888 T€ Sperrbetrag).
Summe ZZ-Kosten  1.386.000 €  302.744 € Die Ergebnisverbesserung liegt bei 1.083 T€ p.a

Zum Überblick nochmal der Status-Quo sowie das Ergebnis mit einem Zahlungsziel von 60 bzw. 90 Tagen zusammengefasst in einer Tabelle.

  Parameter Status quo ZZ 60  ZZ 90 Real Case
Umsatz 53.300.000 € 53.300.000 € 53.300.000 € 53.300.000 €
Forderungen 3.480.000 € 8.883.333 € 13.325.000 € 8.562.778 €
Kosten Skonto  1.386.000 €  -   €  -   €  462.000 €
Forderungen neu

90,0%

 3.480.000 €

 888.333 €

 1.332.500 €

 1.900.278 €

Factoringgebühr

0,20%

 -   €

 126.854 €

 126.854 €

126.854 €

Vorfinanzierung

2,20%

 -   €

 175.890 €

 263.835 €

 169.543 €

Kosten Factoring

 -   €

 302.744 €

 390.689 €

 296.393 €

Liquiditätsgewinn

 -   €

 2.591.667 €

 2.147.500 €

 1.579.722 €

Summe ZZ-Kosten

 1.386.000 €

 302.744 €

 390.689 €

 758.393 €

Die Geschäftsleitung nahm die dargelegten Sachverhalte sehr positiv zur Kenntnis. Es war allerdings Voraussetzung, das Mahnwesen weiterhin selbst durchzuführen sowie die Neutralität den Kunden gegenüber. Es wurde deshalb ein stilles Inhouse-Factoring ausgewählt.

Wie die Debitoren auf die angebotenen längeren Zahlungsziele tatsächlich reagieren werden, lässt sich erst mittel- und langfristig prüfen. Zum heutigen Zeitpunkt schätzt die Geschäftsführung, dass sich Skontierung sowie das Zahlungsziel mit 60 bzw. 90 Tagen in etwa gleichverteilen werden. Dieser Fall ist in der Spalte „Real Case“ kalkuliert.

Fazit

Bei niedrigen Forderungslaufzeiten – in unserem Beispiel 23,5 Tage – macht der Einsatz von Factoring keinen Sinn. Zum einen wäre das Verfahren zu teuer, zum anderen wäre der zusätzliche Nutzen zu gering. Durch eine detailliertere Betrachtung und Modifizierung der Parameter kann aber ein deutlicher Nutzen erreicht werden. Im beschriebenen „Real Case“ steigt die Liquidität um 1.580 T€ und das Ergebnis verbessert sich um 628 T€. Weitere nachgelagerte, positive Effekte, wie Ausfallschutz, Bilanzoptimierung, Ratingverbesserung, etc. wurden dabei noch nicht berücksichtigt.

Steckbrief Finanzierung

  • Finanzierungsanlass: Optimierung Skonto und Working Capital
  • Volumen: 9,0 M€
  • Produkte: Factoring
  • Konditionen: 0,20% Gebühr, 3M+200 BP Zins (Einvertragsmodell)
  • Bearbeitungszeit: 3,0 Monate
  • Transaktionskosten : ca. 0,5% des Finanzierungsvolumens

Kontakt und Referenz

auf Anfrage, Werner Weiß, Telefon:  089 / 28890-120, Email: RSVP@tec7.net

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