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Factoring und Sanierung: Liquiditätsquellen ausschöpfen

Factoring hat sich gerade bei größeren mittelständischen Unternehmen und Konzernen im Finanzierungsmix fest etabliert. Dem Thema Factoring aus Sicht unterschiedlicher Finanzierungsanlässe widmen wir uns in einer neuen Artikelserie. Bisher sind die folgenden Beiträge erschienen:

  1. Factoring zur Wachstumsfinanzierung
  2. Factoring und Sanierung: Liquiditätsquellen ausschöpfen
  3. Factoring und ABS (Asset Backed Securities): Vergleichsrechnung
  4. Corporate Finance: Factoring-finanzierter Aktienrückkauf

Das folgende Beispiel aus unserer Praxis beschreibt den erfolgreichen Einsatz von Factoring zur finanziellen Stabilisierung und Sanierung eines metallverarbeitenden Unternehmens.

Firmenprofil

Ein Hersteller von Drahtseilen hat uns beauftragt, Möglichkeiten zusätzlicher Liquiditätsquellen zu eruieren. Die Firma erwirtschaftet mit 300 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von ca. 33 M€. Beliefert werden ca. 2.000 Kunden weltweit, die Exportquote liegt bei ca. 85%. Bedingt durch die hohe Lieferfähigkeit, einem Eckpfeiler des Geschäftsmodells, liegt der Forderungsbestand bei ca. 6,5 M€, woraus sich eine Forderungslaufzeit (DSO) von 71 Tagen ergibt.

Ausgangssituation

Die ursprüngliche Bonitätsstärke der Gesellschaft hatte stark gelitten. Durch eine fehlgeschlagene Auslandsinvestition musste ein mittlerer einstelliger Millionenbetrag abgeschrieben und als Verlust ausgewiesen werden. Der zusätzliche Kapitalbedarf konnte nur beschränkt – trotz hoher Bereitschaft seitens der Hausbank – über Bankfinanzierungen abgedeckt werden, da die bestehenden Sicherheiten beschränkt waren. Kern der Aufgabenstellung war die Schaffung zusätzlicher Liquidität zur Finanzierung des Working Capitals, um durch zukünftige Gewinne die Fehlinvestition „auszuheilen“.

Der zusätzliche Liquiditätsbedarf entstand durch einen „externen Schock“. Beispiele für diese einmaligen externen Erschütterungen des operativen Geschäfts sind gescheiterte Investitionen, aber auch die einmalige Auszahlung eines Gesellschafters oder ein einmaliger hoher Forderungsausfall.

Es lag also keine typische Liquiditätskrise zu Grunde, die ihren Ausgangspunkt in einer falschen strategischen Ausrichtung (z.B. Produkt-Markt-Kombination) hat und über eine operative Krise (Verluste) in einer Liquiditätskrise mündete. Dieser Feststellung kommt eine zentrale Bedeutung zu. Denn in diesen Fällen ist Factoring kein Ausweg, da es nicht die Ursache der Krise lösen, sondern nur das „Sterben“ verlängern würde.

Umsetzung

Tec7 wurde beauftragt, Ansätze und Ideen zur Schaffung zusätzlicher Liquidität zu generieren. Aufgrund des hohen Forderungsbestandes von 6,5 M€ lag ein Forderungsverkauf nahe. Zu Beginn des Beratungsmandats war noch offen, ob ein stilles Factoringverfahren umsetzbar oder ob ein offenes Verfahren notwendig sein würde.

Mittels eines Kurzprofils wurden 16 Factoring-Gesellschaften angeschrieben. Es wurden jeweils Angebote für ein stilles Factoring und offenes Factoring angefragt. Die Reaktionen waren gemischt. Stilles Factoring wurde aufgrund der Bonität entweder ganz ausgeschlossen oder der Factor ließ sich das höhere Risiko teuer bezahlen. Nach persönlichen Gesprächen und den anschließenden Vertragsverhandlungen hat sich die Geschäftsleitung zu einem offenen Verfahren durchgerungen, wenn auch zunächst mit einem gemischten Gefühl.

Es folgten der Vertragsschluss, die technische Anbindung der Schnittstelle, Stammdatenübermittlung, Limitanfragen für Debitoren sowie eine Simulation. Bedingt durch die hohe Qualität der Debitorenstruktur ergab die Simulation eine Auszahlungsquote von 87% (von maximal möglichen 90%).

Für die Geschäftsleitung spannend wurden die Reaktionen auf die Offenlegung des Factoringverfahrens gegenüber den Debitoren. Dies geschah durch den Versand eines sog. Notifikationsschreibens an 2.000 Kunden weltweit. Natürlich wurden auch Kunden in exotischeren Ländern wie Ägypten, Australien, Brasilien, Südafrika, etc. angeschrieben. Die Reaktion der Debitoren war überraschend: Es gab keine. Fast alle Kunden nahmen das Notifikationsschreiben zur Kenntnis, änderten die Bankverbindung und gingen wieder zum Tagesgeschäft über. Zwei Kunden (von 2.000) meldeten sich telefonisch und hinterfragten das Factoringverfahren. Ein Blick in die Debitorenbuchhaltung offenbarte schnell die eigentliche Besorgnis dieser Kunden. Es handelte sich um notorische Schlechtzahler, die Rechnungen stets mit deutlichen Überfälligkeiten und nur zögerlich beglichen.

Das ursprünglich gemischte Gefühl der Geschäftsleitung wandelte sich in Zuversicht, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Fazit

Factoring stellt in Krisensituationen ein probates Mittel zur Sanierung dar. Durch den Forderungsverkauf wurde eine hohe Liquidität generiert. Mit den zusätzlichen Mitteln wurden zu ca. 1/3 Bankverbindlichkeiten zurückgeführt, ca. 2/3 flossen in das operative Geschäft. Bedenken gegenüber einem offenen Verfahren sind fast immer vorhanden, aber auch fast immer unbegründet.

Steckbrief Finanzierung

  • Finanzierungsanlass: Sanierung
  • Volumen: 7,5 M€
  • Produkte: Factoring
  • Konditionen: auf Anfrage
  • Bearbeitungszeit: 3 Monate
  • Transaktionskosten: ca. 0,3% des Finanzierungsvolumens

Kontakt und Referenz

auf Anfrage, Werner Weiß, Telefon:  089 / 28890-120, Email: RSVP@tec7.net

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